Möglichkeiten der dauerhaften Beschäftigung von Saisonkräften

Gartenarbeit Symbolbild: pixabayLaut Schreiben der Verwaltung vom 13.12.2018 kommt es im Fachbereich 67 zur Beschäftigung von 31 Saisonkräften in den Monaten April bis November. Fünf dieser Stellen sind durch den Verzicht auf den Einsatz von Herbiziden entstanden. Insgesamt gab es laut Stellenplan 2018, 257,09 Arbeitnehmer- und 13,25 Beamten-Stellen im Fachbereich 67.

Da das jährliche Einstellen und Entlassen der Menschen ein sehr unsoziales Vorgehen darstellt, wurde bereits zu den letzten Haushaltsberatungen von der Linksfraktion gefordert, dass eine Umwandlung der Saison-Stellen (damals noch bezogen auf die 5 Stellen zur Herbizidfreiheit) in dauerhafte Beschäftigung geprüft werde. Dies wurde von der Verwaltung unter Verweis auf eine mögliche Haushaltsbelastung abgelehnt.

Da die Linksfraktion an ihrer Forderung festhält, werden die folgenden Fragen gestellt, um den Sachverhalt näher zu erkunden:

1. Für welche Tätigkeiten werden die 31 Saisonkräfte jeweils konkret eingesetzt?

2. Welche Möglichkeiten gibt es innerhalb des FB 67, um eine dauerhafte Beschäftigung dieser Saisonkräfte zu ermöglichen? (Bspw. Tätigkeiten von November bis März wie Gehölzpflege, Einfriedungsmaßnahmen von Sportanlage, Wiederaufnahme von Hausmeistertätigkeiten in Sporthallen im stärker nachgefragten Winterhalbjahr)

3. Welche Möglichkeiten gibt es außerhalb des FB 67, um eine dauerhafte Beschäftigung dieser Saisonkräfte zu ermöglichen? (Bspw. Tätigkeiten von November bis März wie Winterdienst, Verstärkung des ZOD insbes. bei der Ahndung von Umweltvergehen, Pflasterarbeiten, Hausmeistertätigkeiten)

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Antwort:

Zu Frage 1:

Die zur Verfügung stehenden Wochenstunden ermöglichen die saisonale Beschäftigung von insgesamt 31 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Unterstützung der unbefristet Beschäftig-ten des Fachbereiches 67 und zur Übernahme von vegetationsabhängigen Aufgaben.

Die bedarfsbasierte Aufteilung der oben aufgeführten Wochenstunden ergibt die Beschäfti-gung von 29 Personen jeweils vom 1. April bis 30. November, einem Mitarbeiter bzw. einer Mitarbeiterin für den Zeitraum vom 1. April bis 31. Dezember, sowie einer weiteren Mitarbeiterin bzw. einem Mitarbeiter i. H v. des verbleibenden Anteils von rund vier Monaten innerhalb der Vegetationsperiode.

Die befristet eingestellten Saisonkräfte werden in folgenden Tätigkeitsbereichen eingesetzt:

  • zehn Personen, die für die manuelle Wildkrautentfernung eingestellt werden
  • fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die für die herbizidfreie Grünflächenpflege eingestellt werden
  • vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im Rahmen der glyphosatfreien Tennenpflege beschäftigt werden
  • ein Dienstposten eines Schlepperfahrers bzw. einer Schlepperfahrerin für die im Rahmen der Förderung der Biodiversität festgelegte zusätzliche Aufgabe der Wiesenmaht zur Unterstützung des Artenreichtums der Flora auf Grünflächen
  • sieben Reinigungswarte, die durch die häufigeren (festgelegten) Reinigungsintervalle in den Grün- und Parkanlagen in den Sommermonaten den hierdurch bedingten erheblich größeren Arbeitsaufwand kompensieren,
  • eine Mitarbeiterin bzw. ein Mitarbeiter zur Unterstützung im manuellen Bereich in der Stelle „Sportstätten - Entwicklung und Unterhaltung -,
  • drei Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter (davon eine Person zeitlich verkürzt) in den Sachgebieten der Stelle „Grünflächenmanagement“, die durch ihre zusätzliche Einsatzkraft insbesondere den Einsatz von Personen im Mähmanagement ausgleichen.

Zu Frage 2:

Im Fachbereich Stadtgrün und Sport könnte die dauerhafte Beschäftigung der Saisonkräfte durch die Übernahme diverser fachlich durchaus sinnvoller Arbeiten ermöglicht werden.

Hierbei ist allerdings deutlich darauf hinzuweisen, dass dies eine Haushaltsausweitung für rechtlich freiwillige Aufgaben bedeuten würde. Eine erste überschlägige Einschätzung des jährlichen personellen Mehraufwands beläuft sich auf etwa 0,5 Mio. €. Sofern dieser Mehraufwand politisch gewünscht sein sollte, kämen folgende Aufgaben fachlich sinnvollerweise vorrangig in Betracht:

Ein Schwerpunkt könnte dabei auf der Pflege von mehreren zehntausend Baumscheiben im Stadtgebiet, die seit Jahren verkrautet sind, liegen. Für deren Pflege sind keine Personalressourcen vorhanden und die entsprechenden manuellen Arbeiten können auch im Herbst- und Winterhalbjahr gut erledigt werden. Ebenso wäre auch eine Unterstützung bei der Verjüngung von Strauchpflanzungen denkbar, da der hier vorhandene mehrjährige Arbeitsüberhang nicht mit dem vorhandenen Personal abgearbeitet werden kann.

Weitere mögliche Einsatzgebiete könnten sein:

  • allgemeine Parkpflege- und Friedhofsarbeiten (z. B. Laubbeseitigung, Reinigung von Flächen, Stechen von Rasenkanten, Pflege der Staudenbeete, Wildkrautbeseitigung, Mulchen von Gehölzbeständen, Unterstützung bei Pflanzarbeiten),
  • die Übernahme von Winterdienstleistungen in bislang vergebenen Bereichen,Spielplatzarbeiten (Sonderreinigungen, Sandtausch, Überarbeiten der Fallschutzbereiche),
  • das Aufarbeiten von Freiraummobiliar,
  • die ganzjährige Papierkorbleerung und Räumung von Treibgut an Wehranlagen (Gewässer) im Naturschutzgebiet Riddagshausen und anliegenden Landschaftsschutzgebieten.

Zu Frage 3:

Vergleichbar wie im Fachbereich 67 könnten auch in anderen Fachbereichen zusätzliche Aufgaben wahrgenommen werden. Wie unter Nr. 2 ausgeführt, würde allerdings auch hierfür bei Einsatz gleicher Personalkapazitäten ein zusätzlicher Aufwand von rd. 0,5 Mio. € ent-stehen. Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass bei einer Beschäftigung im Fachbereich 67 während der Vegetationsperiode und einer weiteren Beschäftigung in einem anderen Fachbereich im Winter die Mitarbeiterin bzw. der Mitarbeiter unterschiedlichen Führungskräften unterstellt wäre. Dies kann zu Problemen u.a. bei dienstlichen Beurteilungen und der syste-matischen Leistungsbewertung führen.

Unabhängig hiervon zeigen die Erfahrungen der vergangenen Jahre, dass bewährte Mitar-beiterinnen und Mitarbeiter der Saison durch interne Stellennachbesetzungen regelmäßig in unbefristete Arbeitsverhältnisse übernommen werden können, beispielsweise wurden in 2018 fünf Saisonkräfte in unbefristete Arbeitsverhältnisse übernommen.

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