Insektenfreundliche Beleuchtung

Laterne Symbolbild: pixabayIn Mecklenburg-Vorpommern wurde im November 2018 eine Förderrichtlinie erlassen, nach der bei einer Umrüstung der Straßenbeleuchtung nur noch insektenfreundliche LED-Leuchtmittel mit einer Lichttemperatur unter 3.220 Kelvin und einer Wellenlänge unter 900 Nanometer gefördert werden. Empirischen Untersuchungen zufolge sollen Insekten von diesen Leuchtmitteln weniger stark angezogen werden.

Im niedersächsischen Landtag wurde von SPD und Grünen im Juni 2017 der Entschließungsantrag "Artensterben aufhalten - Insekten schützen" eingebracht. Dieser Antrag forderte die damalige Landesregierung (ebenfalls SPD und Grüne) u.a. auf, dass auf den Einsatz von Leuchtmitteln hinzuwirken sei, die auf Insekten weniger anziehend wirken. Ob es zu einer Umsetzung dieser Forderung gekommen ist, ist unklar.

In den letzten Stellungnahmen der Verwaltung zum Thema Straßenbeleuchtung (DS 17-03970-01 und 17-05908-01) ist zwar die Umrüstung auf LED-Leuchtmittel erwähnt, zum Thema insektenfreundliche Beleuchtung findet sich aber kein Hinweis.

Daher wird die Verwaltung gefragt:

1. Wird beim Austausch der Leuchtmittel das Thema Insektenfreundlichkeit betrachtet?

2. Gibt es eine Förderung vom Land für den Einsatz von insektenfreundlicher Beleuchtung?

3. Wie viele insektenfreundliche Leuchtkörper wurden in Braunschweig bislang eingesetzt (absolute Zahlen / prozentuale Anteile)? 

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Antwort:

Zu Frage 1:

Ja, bei Neu- und Umbaumaßnahmen an öffentlichen Beleuchtungsanlagen werden im Regelfall LED-Leuchten mit einer Lichtfarbe von max. 3.000 K eingesetzt. Die Lichtfarbe der in Braunschweig eingesetzten LED- Leuchten liegt damit sogar etwas unter der in Mecklenburg Vorpommern maximal förderfähigen Lichtfarbe von 3220 K.

In Bereichen, die aufgrund einer besonderen Verkehrssituation erhöhte Wahrnehmung und Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer erfordern, können ggf. Ausnahmen hiervon erforderlich sein.

Die Anfrage nimmt zudem Bezug auf die Wellenlänge des Lichtes. Grundsätzlich strahlen alle Lichtquellen ein Spektrum unterschiedlicher Wellenlängen aus. Der zitierte Grenzwert von 900 nm liegt im Infrarotbereich. Abweichend davon sieht der NABU in seinem Papier „Leuchtdioden am Straßenrand“ den ultravioletten Bereich, also das andere Ende des Lichtspektrums als besonders Insekten-anlockend an. Dieser Bereich würde aber bei weißem LED-Licht gar nicht entstehen. Da die allermeisten Unterlagen zur Insektenfreundlichkeit von Straßenbeleuchtungen die Lichtfarbe, also den Kelvinwert als das maßgebliche Kriterium benennen, orientiert sich die Verwaltung seit Jahren wie oben beschrieben an diesem Kriterium und nicht am Spektrum der Wellenlängen der Beleuchtung.  

Zudem wird bei Auswahl und Installation der Leuchten darauf geachtet, dass das Licht möglichst ausschließlich den zu beleuchtenden Bereich ausleuchtet. Insbesondere wird vermieden, dass Licht nach oben abstrahlt.

Zu Frage 2:

Der Verwaltung sind keine entsprechenden Förderprogramme bekannt.

Zu Frage 3:

Aktuell (Stand Februar 2019) sind 25.836 insektenfreundliche Leuchten installiert. Dies entspricht einem Anteil von 86 % der öffentlichen Beleuchtung im Stadtgebiet Braunschweig.

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