Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes – was kommt auf die AnwohnerInnen zu?

Iduna„Bei der Diskussion über die Umgestaltung des Gebietes vor dem Hauptbahnhof wird bisher ein wichtiger Aspekt übersehen“, gibt Anke Schneider, planungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, zu bedenken. „In den Iduna-Hochhäusern leben viele EinwohnerInnen, die unmittelbar von den Baumaßnahmen betroffen sein werden. Welche Folgen die Umgestaltung auf sie haben wird, wurde bisher jedoch nicht thematisiert.“

Entsprechend des Siegerentwurfes sollen die Hochhäuser Teile komplexer Bebauung werden. „Bauliche Veränderungen in diesem Umfang können in der direkten Nachbarschaft nicht durchgeführt werden, ohne das Leben der BewohnerInnen zu beeinträchtigen“, so Schneider weiter. „Nach einer Zeit zwischen Sanierungen und der Angst vor Mieterhöhungen wegen möglicher Luxussanierungen kommen die AnwohnerInnen also immer noch nicht zur Ruhe.“

Bereits 2013 wurde der Gebäudekomplex von einer Luxemburger Investmentgesellschaft erworben und saniert. 2016 erwarb die Wertgrund Immobilien AG die 1098 Wohnungen und weitere Sanierungen wurden angekündigt. Zwischenzeitlich gab es einen weiteren Wechsel beim Eigentümer und die Iduna Hochhäuser sollen nun der Helaba Invest mbH gehören.

„Es kann nicht sein, dass die Unsicherheit der MieterInnen weiterbesteht und keiner auf ihre Ängste eingeht“, kritisiert die wohnungspolitische Sprecherin. „Deshalb haben wir nachgefragt, welche Sanierungsmaßnahmen in den letzten Jahren in den Gebäudekomplexen durchgeführt wurden. Und noch wichtiger: Was genau soll im direkten Umfeld der Hochhäuser zukünftig geschehen? Wir wollen wissen, was auf die MieterInnen zukommt.“

In diesem Zusammenhang fragt die Linksfraktion auch, ob die Stadt bei der Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes plant, städtische Flächen zu verkaufen. „Soll der Ausverkauf weitergehen oder traut sich die Stadt endlich, neue Wege zu gehen, um sich in diesem strategisch wichtigen Gebiet ihren Einfluss zu sichern und die Zukunft Braunschweigs nicht weiter an Investoren zu verscherbeln?“ schließt Schneider.

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