Fehlende Investitionen Schuld an stadtweiten Störungen der Fernwärmeversorgung? - DIE LINKE. fragt im Stadtrat nach

Privatisierung Energieversorger

„Seit drei Tagen sitzen viele Braunschweiger:innen mitten im Winter in einer kalten Wohnung. Die Ursache sind Störungen bei BS|ENERGY, weshalb die versprochene Versorgung mit Fernwärme nicht gewährleistet ist. Ein Ende ist nicht abzusehen“, umschreibt Udo Sommerfeld, Vorsitzender der Linksfraktion, die aktuelle Situation. „Wir wollen, dass dieser Zustand schnellstmöglich beendet wird und auch der Frage nachgehen, ob seit der Privatisierung unserer früheren Stadtwerke im Jahr 2002 wichtige Investitionen nicht getätigt wurden. Deshalb haben wir zur Sitzung des Stadtrates am kommenden Dienstag eine Dringlichkeitsanfrage gestellt.“

Wie der stellvertretende Vorstandsvorsitzende von BS|ENERGY, Paul Anfang, in den Medien erklärte, habe die Störungen verschiedene Ursachen. So besitze die aktuelle Kohlecharge die Eigenschaft, Feuchtigkeit sehr stark aufzunehmen, was nun zu diesen Problemen führe.

Die Aussagen der Verantwortlichen bei BS|ENERGY sind aber insgesamt verwirrend und widersprüchlich. Einerseits ist die Rede davon, dass Kohle dieser Art regelmäßig verfeuert werde (so die Unternehmenssprecherin Anke Bartkiewicz), andererseits beteuert der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Anfang, dass man mit solchen Problemen nicht gerechnet habe.

Zudem spielen wohl auch andere Faktoren eine Rolle bei den Störungen. Laut Aussage von Anfang sind dies: Zu lange Lagerung von Öl in einem Tank, Verunreinigung, zugesetzte Filter, eine defekte Pumpe und schließlich das Versagen eines Dieselmotors zum Betrieb einer Anlage aus dem Jahr 1963.

„Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Mit einer 58 Jahre alten Anlage versucht BS|Energy die versprochene Versorgungssicherheit herzustellen. In einem Interview sprach der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende von einem `historisch gewachsenen Anlagenpark`. Ein solcher Anlagenpark muss aber mit entsprechenden Investitionen am Leben gehalten bzw. erneuert werden“, meint Sommerfeld.

„OB Markurth hat 2002 als damaliges SPD Ratsmitglied für die Privatisierung unserer Stadtwerke gestimmt. Heute ist er der Aufsichtsratsvorsitzende bei BS|Energy. Er muss erklären, wie jetzt sichergestellt werden kann, dass nicht die Gewinne von Veolia, sondern die Versorgung mit Wärme, Wasser und Licht für unsere Bevölkerung im Vordergrund stehen. Der Verweis auf zukünftige Energieträger hilft den Menschen nicht, die jetzt in der kalten Wohnung sitzen“, schließt Sommerfeld.

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