Bildungs- und Teilhabepaket für arme Kinder und Jugendliche – Linksfraktion fordert einen leichteren Zugang

Kind spielen einsam„Ob Sportverein, Jugendfreizeit oder Musikunterricht, dank des Bildungs- und Teilhabepaketes sollten solche Dinge mittlerweile auch für Kinder und Jugendliche aus armen Familien möglich sein. Doch leider profitieren in Braunschweig 92,2 Prozent der Betroffenen nicht davon“, erläutert Gisela Ohnesorge, sozialpolitische Sprecherin der Linksfraktion die Hintergründe zu einem Antrag ihrer Fraktion, den Zugang zu den Leistungen des Bildungs- und Teilhabepaketes zu vereinfachen.

Bundesweit gelten rund 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche als arm und haben einen Anspruch auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepakete des Bundes, das 2011 eingeführt wurde. Die Umsetzung und die Teilhabequoten unterscheiden sich deutlich zwischen den einzelnen Kommunen.

In einer Expertise des Paritätischen wurde deutlich, dass im Bundesdurchschnitt nur 15 Prozent der armen Kinder erreicht werden. Noch schlechter ist die Situation in Braunschweig. Hier bekommen lediglich 7,8 Prozent der anspruchsberechtigten Kinder und Jugendlichen die Leistungen für ein Existenzminimum an der soziokulturellen Teilhabe.

In Wolfsburg sieht es anders aus. Hier profitieren immerhin 55,2 Prozent der Kinder und Jugendlichen von den Leistungen zur kulturellen Teilhabe, in der Stadt Hamm sind es sogar 92 Prozent.

„Diese Zahlen machen deutlich, dass wir in Braunschweig unsere Umsetzung überdenken und von den Erfahrungen der anderen Kommunen lernen müssen“, fordert Ohnesorge. „Deshalb fordern wir die Stadt mit unserem Antrag auf, sich an diesen Kommunen zu orientieren und ein Konzept für einen leichteren Zugang zu erarbeiten.“

Dem wollte sich eine Mehrheit im Sozialausschuss jedoch nicht anschließen. Unter anderem seien die technischen Hürden zu hoch.

„Es macht mich sprachlos, dass eine Stadt wie Braunschweig technisch nicht in der Lage sein soll, etwas umzusetzen, was beispielsweise in der Nachbargemeinde Peine ohne Probleme umsetzbar war“, so Ohnesorge abschließend.


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