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Dienstag, 18. Dezember 2018

Gisela Ohnesorge

Ratsfrau Gisela Ohnesorge (DIE LINKE.) zur Ratssitzung am 18.12.2018 zum Tagesordnungspunkt 18

Es gilt das gesprochen Wort.

Wir haben heute eine Beschlussvorlage vor uns, in der der Grundsatzbeschluss für eine weitere IGS in Braunschweig, der sechsten, gefasst wird.
Diesem Beschluss stimmen wir selbstverständlich gerne zu.
Seit fünf Jahren haben wir immer wieder gefordert, dass eine weitere IGS eingerichtet werden muss, weil die Anmeldezahlen immer viel höher lagen als Plätze vorhanden waren.
Was musste nicht alles herhalten, um diesen Antrag jeweils abzulehnen.
Angefangen von der berühmten Ideologie, die ja bekanntlich immer die anderen vertreten, bis hin zu den Hinweisen auf nichtvorhandene fähige Lehrer für diese Schulform.
Auch der Schulentwicklungsplan, der erst entsprechende Szenarien aufstellen müsste, war ein gutes Argument, einen solchen Beschluss zu torpedieren.
Nun liefert der Schulentwicklungsplan bis heute keine entsprechenden Szenarien.
Die Aussage in der Vorlage heute, dass „davon ausgegangen werden [kann], dass 10-30 % statt ans Gymnasium an eine IGS gehen würden“, diese Aussage hätte man ohne weiteres schon vor Jahren treffen können.
Die Vorlage macht deutlich, dass ausschlaggebend für diesen Startschuss sowieso die wachsende Schülerzahl ist. Die neue Schule soll quasi als Entlastungsschule geplant werden. Ein klares Bekenntnis zu den Zielen einer integrativen Beschulung fehlt. Kann man vielleicht von der Verwaltung auch nicht erwarten, würde ich mir aber von einigen Fraktionen hier im Rat als deutliches Bekenntnis wünschen. Aber die Angst vor den Anhängern der Gymnasien und des selektiven Schulsystems war und ist zu groß. Man könnte ja in den Verdacht kommen, man wolle tatsächlich mal etwas für den Ausgleich zwischen Arm und Reich tun. Mit unserem Schulsystem stellen wir nämlich Weichen für die Zukunft der Kinder.
Gut, wir sind hier auf der Ebene der Kommune, die Bildungspolitik wird von uns nicht vorgegeben. Aber wir können im Rahmen unserer Schulträgerschaft doch etwas tun, wie in vielen anderen Bereichen auch, wo man sich gerne auf das Argument zurückzieht, dass man daran in seinem kleinen Rahmen nichts ändern könne.
Aber: Es ist ja bald Weihnachten. Also will ich mich nun einfach mal freuen, dass wir heute einen Grundsatzbeschluss für eine weitere IGS fassen und gleichzeitig mit der Einrichtung eines Primarbereiches Neuland betreten.

 

Gisela Ohnesorge

 
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