Bezirksrat 310: Radfahren als Abenteuer

Fahrradweg EndeGut sind in der Stadt nur wenige Radwege. Es tut sich zwar etwas auf diesem Gebiet, aber die Zahl der Radwege, die dringend saniert werden müssten, ist hoch. Oft behilft man sich mit einfachen „Anmalen“ der Straße und schickt Radfahrerinnen und Radfahrer auf die Straße zu den Autos. Die Konflikte sind quasi vorprogrammiert, zumal manchmal der nicht mehr benutzungspflichtige Radweg direkt daneben sichtbar bestehen bleibt, wie in der Sonnenstraße zwischen der Brücke am Hohen Tore und der Güldenstraße. Zu diesem Problem hat die Verwaltung auf Antrag der Linken im Stadtbezirk (in Kooperation mit dem Bezirksrat Innenstadt) zugesagt, Schilder aufzustellen, die deutlich machen, dass Radfahrerinnen und Radfahrer zu Recht auf der Straße fahren. Leider mahlen die Verwaltungsmühlen langsam.

Aber auch an anderen Stellen in unserem Bezirk liegt einiges im Argen: Will ein Bewohner/eine Bewohnerin des Westlichen Ringgebietes zum Beispiel das schöne Ringgleis benutzen, abseits vom Autoverkehr, um beispielsweise an der Otto-von-Guericke-Straße einzukaufen, steht ihm/ihr eine abenteuerliche Fahrt bevor, wenn er/sie Freund/Freundin kurzer und direkter Wege ist. Er/Sie könnte natürlich den komfortablen Weg über die Autobahnbrücke und dann abwärts in Höhe Füllerkamp Richtung Einkaufszentrum nehmen. Das ist aber eine deutlich längere Strecke. Zielbewusste Radfahrende werden in Höhe der Hebbelstraße das Ringgleis verlassen und über die Arndtstraße Richtung Frankfurter Straße radeln.

Und nun wird es holperig und schmal. Schlängelnd fährt man bis zur Alten Frankfurter Straße. Danach wird der vorgesehene Radweg auf der Theodor Heuss Straße Richtung Einkaufszentrum einigermaßen annehmbar, wenn auch nicht komfortabel. Rechts auf der Otto-von-Guericke-Straße geht’s dann allerdings nur weiter auf der Fahrbahn. Einkaufen kann nun erledigt werden.

Man kann sich schon auf das Abenteuer des Rückweges freuen. Mit gefüllten Taschen/Körben erst einmal auf der Fahrbahn zwischen den Autos die Otto-von-Guericke-Straße hinauf, links ab auf den Radweg. Ja, einen solchen gibt es, nur wird er nach der Kreuzung der Theodor-Heuss-Straße mit der Frankfurter Straße schmaler als schmal. Der Radfahrende muss zudem die Auffahrt zur Autobahn Richtung Hannover queren. Nicht beirren lassen! Vorfahrt hat man eigentlich. Andererseits: Die Autos sind eindeutig massiver als das Rad. Endlich geschafft. Nun steht eine weitere Querung der nächsten Auffahrt an: Schließlich will man ja aufs Ringgleis zurück. Nun hat man als Radfahrerin/Radfahrer keinerlei Vorfahrt mehr und wartet, wartet, wartet. Am besten nicht gerade zur Berufshauptverkehrszeit einkaufen. Irgendwann hat man auch diese Hürde genommen. Nun kann man in umgekehrter Richtung holpern und schlängeln und kommt wieder aufs schöne Ringgleis.

Das kann doch nicht sein. Einmal als Abenteuer vielleicht interessant, aber nicht als Dauerzustand.

Die Linke hat deshalb eine Anfrage zu dieser Situation im nächsten Bezirksrat gestellt. Mal sehen, was die Verwaltung sagt, welche Verbesserungen sie plant oder ob die Bewohnerinnen und Bewohner des westlichen Ringgebietes mit der Situation weiter leben müssen.

(Gisela Ohnesorge, Fraktionsvorsitzende der Linken im Bezirksrat Westliches Ringgebiet)

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