Bezirksrat 310: Ende Fahrradstraße Kreuzstraße Höhe Wiedebeinstraße

Fahrradweg EndeDie Fahrradstraße Kreuzstraße stellt eine wichtige Verbindung für Fahrradfahrer aus dem westlichen Ringgebiet zur und aus der Innenstadt dar. Diese ist erst in Höhe Wiedebeinstraße als solche gekennzeichnet und endet auch umgekehrt an dieser Stelle.

Es gibt aber westlich etliche weitere Mehrfamilienhäuser (Kreuzstraße, Madamenweg, Schüsslerstraße etc.).

Angesichts dieses Sachverhaltes wird die Verwaltung gefragt:

  1. Weshalb endet die Fahrradstraße bereits in Höhe Wiedebeinstraße bzw. beginnt erst dort?
  2. Nach der Ringquerung ist stadtauswärts auf eine Kennzeichnung der Kreuzstraße als Fahrradstraße an Einmündungen verzichtet worden. Stattdessen gibt es dort die entsprechenden Piktogramme. Diese sind zum Teil aber kaum noch sichtbar auf der Straße. In welchen Abständen werden diese Piktogramme erneuert?

Linie

Antwort der Verwaltung:

Die Einrichtung von Fahrradstraßen ist in der Straßenverkehrsordnung bzw. den dazugehörigen Verwaltungsvorschriften geregelt.

Danach kommen Fahrradstraße „dann in Betracht, wenn der Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart ist oder dies alsbald zu erwarten ist.“

Bei der Festlegung der Fahrradrouten im Westlichen Ringgebiet standen die Durchgangsverbindungen weiter nördlich Richtung Lehndorf und weiter südlich Richtung Weststadt im Vordergrund. Beide binden auch an den Ringgleisweg an.

Die Kreuzstraße liegt dazwischen. Sie ist für Radfahrer als Verbindung zwischen der Innenstadt und dem Westlichen Ringgebiet und besonders als Anbindung des Ringgleisweges attraktiv.

Eine wesentliche weiterführende Funktion wird nicht gesehen.

Das heißt, im Abschnitt westlich des Ringgleises liegen nicht mehr viele Ziele für den Radverkehr.

Die Verwaltung sieht derzeit keine Vorteile für den Radverkehr, wenn die Kreuzstraße bis zum Ende als Fahrradstraße ausgewiesen würde. Zurzeit ist auch nicht absehbar, ass der Radverkehr dort die vorherrschende Verkehrsart ist. Teil der vorhandenen Tempo-30-Zone ist dieser Abschnitt der Kreuzstraße sowieso.

Die Piktogramme auf der Fahrbahn werden regelmäßig überprüft und nach Bedarf erneuert.

Linie

Weitere Stellungsnahme der Verwaltung:

Nachdem die Linksfraktion im Stadtbezirksrat die geringe Aussagekraft der ersten Stellungsnahme der Verwaltung kritisierte, antwortete diese ausführlicher.

Straßen oder Straßenabschnitte, die nicht als Fahrradstraßen ausgewiesen werden, dienen selbstverständlich, so wie alle Straßen, auch dem Radverkehr. Immerhin werden in Braunschweig rund ¼ aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt.

Die Ausweisung als Fahrradstraße setzt aber darüber hinaus eine ganz besondere Bedeutung für den Radverkehr voraus, die nicht auf allen Straßen gegeben ist.

  1. Die Fahrradstraßen in Braunschweig folgen als Instrument einem System. Die Fahrradstraßen sind ein wichtiger Baustein bei der Einrichtung von Radverkehrsrouten. Schon mit der Einrichtung der ersten Fahrradstraßen in Braunschweig wurde das Ziel verfolgt, Fahrradstraßen als Alternative zu den Hauptverkehrsstraßen einzusetzen. Zusammen mit der Wegweisung für den Radverkehr entstanden durchgehende Routen, die das Ziel haben, den Radverkehr zu bündeln. Daher sind die Fahrradstraßen in Braunschweig eingebunden in ein zusammenhängendes Netz aus frei geführten Wegen und Fahrradstraßen.
  2. Eine Fahrradstraße kann eingerichtet werden, wenn der Radverkehr in der betreffenden Straße überwiegt oder dies zu erwarten ist. Mit der Bündelung des Radverkehrs auf bestimmten Routen ist dies gelungen.
  3. In der Kreuzstraße westlich der Wiedebeinstraße ist dies nicht der Fall. Die Kreuzstraße hat für den Radverkehr eine besondere Bedeutung zwischen dem Ringgleis und der Innenstadt, sodass sie als Fahrradstraße in das Radverkehrsnetz eingebunden wurde. Westlich des Ringgleises kommt der Kreuzstraße keine besondere Bedeutung im Radverkehr zu. Die Radverkehrswegweisung führt von der Innenstadt kommend in beiden Richtungen auf den Ringgleisweg, eine weitergehende Wegweisung über die Kreuzstraße nach Westen gibt es nicht.
  4. Ähnlich verhält es sich mit der Kälberwiese. Auch hier endet die Fahrradstraße am Ringgleis, da im weiteren Verlauf die Voraussetzungen für die Ausweisung als Fahrradstraße nicht gegeben sind. Auch die Kälberwiese wird in der Fahrradwegweisung als Zubringer zum Ringgleis benutzt, eine weiterführende Wegweisung verläuft von dort über den Ringgleisweg, nicht weiter nach Westen.

 


Drucken   E-Mail